29.07.2025 00:00
«Wir sind zuversichtlich, dass das Berlinger Stimmvolk einem Planungskredit für das Bauprojekt zustimmen wird»
Kanton sowie Steckborn und Berlingen halten an der Revitalisierung entlang des Seeufers fest. Einige Pläne wurden in der Vergangenheit bereits zurückgestellt. Nach der erfolgreichen Machbarkeitsstudie werden drei Projekte angepackt. Jolanda Lenherr, Gemeinderätin aus Berlingen, gibt Auskunft zu dem geplanten Vorhaben.
Frau Lenherr, am 4. September findet die Informationsveranstaltung zum Vorprojekt Revitalisierung Seeufer Berlingen-Steckborn statt. Was genau beinhaltet die Aufwertung des Seeufers?
Beim Vorprojekt zur Revitalisierung des Seeufers zwischen Berlingen und Steckborn geht es in einem ersten Schritt primär um die Schaffung eines ökologischen Mehrwerts bei diesem Abschnitt des Untersees. Der Abschnitt wurde in verschiedene Bereiche unterteilt. Je nach Bereich werden verschiedene Schwerpunkte gesetzt, wie beispielsweise die Schaffung eines Flachufers zur Naherholung und für den Sport mit reduzierten Aufschüttungen. Zwischen dem «Wis» und dem «Schweizerland» ist eine beruhigte, lagunenartige Uferzone geplant. Auf der Höhe des «Schweizerlandes» sollen Fischreiser gesetzt werden. Im letzten Abschnitt bis zum Ortseingang Steckborns wird ein revitalisierter Naturbereich mit Gehölzbestand angestrebt.
Zusammenfassend wird ein hochwertiger Lebensraum für Mensch, Tier und Natur angestrebt, ein ökologischer Mehrwert soll geschaffen werden, welcher die Biodiversität fördert. Bei der Umsetzung der Revitalisierung des Seeufers zwischen Berlingen und Steckborn handelt es sich um eine Bundesaufgabe, welche wahrgenommen wird und auch um eine rechtliche Verpflichtung.
Es sind neben der Revitalisierung noch weitere Projekte geplant, wenn ja, welche sind das?
Ursprünglich wurde eine Machbarkeitsstudie zur Schaffung eines Idealzustandes für Mensch und Natur sowie zur Aufwertung des Seeufers zwischen Steckborn und Berlingen in Auftrag gegeben. In dieser Machbarkeitsstudie wurden neben der Revitalisierung des Seeufers u.a. auch Möglichkeiten für die Verbesserung der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer aufgezeigt. Ebenso wurde darüber nachgedacht, wie Nutzungskonflikte zwischen Erholungssuchenden, Wassersportlern und den Bedürfnissen der Natur reduziert werden können.
Wann wäre eine Umsetzung der drei Massnahmen frühestens möglich?
Diesbezüglich möchte ich mich nicht auf die Äste hinauslassen. Solche Projekte – wie die Erreichung des Idealzustandes - benötigen bis zur vollständigen Umsetzung mehrere Jahrzehnte.
Steht schon fest, wie hoch die Kosten für die einzelnen Projekte sind?
Detaillierte Kostenschätzungen liegen noch nicht vor, nur Hochrechnungen zu den möglichen Kosten.
Und was denkt das Berlinger Stimmvolk über die Projekte?
Wir sind zuversichtlich, dass das Berlinger Stimmvolk einem Planungskredit für das Bauprojekt zustimmen wird. Diesen werden wir ihm anlässlich der Budgetgemeindeversammlung im November vorlegen. Es gibt genügend Argumente, mit welchen wir den Souverän überzeugen können: Umsetzung als erster Schritt zum Idealzustand, Nutzen für den Langsamverkehr, Naherholung und Umwelt. Zudem handelt es sich um ein Projekt, welches dem einzelnen Bürger mehr bringt, als es ihn kostet. Ein Teil der Kosten wird durch Kantons- und Bundesbeiträge finanziert werden, da es sich, wie bereits erwähnt, um eine Aufgabe handelt, welche der Kanton in Zusammenarbeit mit den Gemeinden gestützt auf das revidierte Gewässerschutzgesetz umzusetzen hat.
Die Fragen stellte: Angelina Rabener