Roger Stieger.
20.11.2025 09:26
Dry January: Einen Monat lang Klarheit statt Kater
Das Blaue Kreuz lädt dazu ein, sich anzumelden und gemeinsam einen alkoholfreien Start ins neue Jahr zu erleben
Das Blaue Kreuz Thurgau beteiligt sich 2026 aktiv an der nationalen Bewegung Dry January. Besonders im Fokus stehen Gruppen und Teams. Firmen, Vereine oder Freundeskreise können sich noch bis zum 15. Dezember anmelden und gemeinsam ihr alkoholfreies Januar-Abenteuer starten.
Thurgau Die Team-Challenge bietet spielerische Aufgaben, Motivation aus der Community, tägliche Impulse in der Try Dry App und einen Wettbewerb. Dazu sind Events für die Teilnehmenden geplant. Geschäftsführer vom Blauen Kreuzlingen Thurgau Roger Stieger erlebt in seiner täglichen Arbeit, wie stark Alkohol den Alltag prägt und wie viel Wirkung ein Monat Pause haben kann. «Viele merken erst nach einer Pause, wie fit und klar sie sich fühlen. Gemeinsam funktioniert es noch besser, weil man einander durch schwierige Momente trägt.» Dry January ist in der Schweiz noch jung, doch die Bewegung wächst schnell. Bereits eine Million Menschen machte bei der Challenge mit. Studien zeigen, dass ein grosser Teil der Teilnehmenden sich nach dem Monat fitter fühlt und selbst Monate späterwenigerAlkoholtrinkt. «Wir möchten das Thema im Kanton sichtbarer machen», sagt Stieger. «DerJanuareignet sichgut,dennviele Menschen starten motiviert ins neue Jahr und wollen alte Gewohnheiten prüfen.» Team-Challenge Teams erhalten ein begleitetes Paket von der Schweizer Kampagne. Dazu gehören ein Team-Zugang zur Try Dry App, tägliche Motivation, Tipps und Mini-Challenges, Gruppenaufgaben, Quizrunden, Austauschmöglichkeiten, ein Ranking mit anderen Teams und eine gemeinsame Erfolgsmessung. Viele Teilnehmende berichten von besserem Schlaf, mehr Energie und einem stärkeren Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Teilnahme ist für Einzelpersonen kostenlos. Für Teams fällt eine kleine Gebühr an.
Veranstaltungen geplant
Das Blaue Kreuz Thurgau mit Standort Weinfelden, arbeitet derzeit an verschiedenenAktionen,welcheden Dry January imKantonbegleitensollen.«WirmöchtenErlebnisseermöglichen, keinemoralischenForderungen stellen», betont Stieger. Ob Workshops,alkoholfreieDegustationen oder lokale Mitmachangebote. DiekonkretenTerminewerdennoch veröffentlicht. Dry January ist für viele mehr als ein Trend. Er wird oft zu einem Einstieg in einen bewussteren Umgang mit Alkohol. Schon ein Monat Pause kann Schlaf, Leber und Kreislauf verbessern. Stieger sagt: «Es geht nicht darum, Alkohol zu verbieten. Es geht darum, zu spüren, wie es einem ohne geht. Die meisten erleben positive Überraschungen.» Jetzt anmelden Wer als Einzelperson oder als Team teilnehmenmöchte,findetalleInformationen auf www.dryjanuary.ch Anmeldeschluss für Gruppen ist der 15. Dezember.
Dry January: Die weltweite Bewegung
Was heute als internationale Gesundheitskampagne bekannt ist, begannüberraschendunspektakulär. Eine Mitarbeiterin der britischen Organisation Alcohol Change UK verzichtete im Januar 2011 auf Alkohol und stellte fest, wie gut ihr dieser bewusste Reset tat. Aus dieser persönlichen Erfahrung wurde 2013 die erste offizielle Dry JanuaryAktionmitrund4000 Teilnehmenden. Die Idee eines alkoholfreien Januars ist jedoch älter. Bereits 1942 rief Finnland mitten im Krieg einen trockenen Januar aus, um RessourcenzusparenunddenAlkoholkonsum zu senken. Die moderne Fassung, getragen von einer positiven GrundhaltungundfreiwilligerTeilnahme, prägte jedoch erst die britische Initiative. Seither hat sich der Dry January weit über Grossbritannien hinaus entwickelt. In Frankreich,Deutschland, der Schweiz, den Vereinigten Staaten und vielen weiteren Ländern machen jedes Jahr Millionen Menschen mit. In Frankreich wurden 2024 mehr als 4,5 Millionen Teilnehmende gezählt. In der Schweiz wird die Aktion seit 2021 von einerAllianz von Gesundheitsorganisationen unterstützt. Viele Menschen nutzen den Januar, um nach den Festtagen leichter zu leben, besser zu schlafen und bewusster mit Alkohol umzugehen. Studien zeigen, dass Teilnehmende oft auch langfristig weniger riskant trinken. Der alkoholfreieMonatwirkt alsoweitüber seinen Zeitraum hinaus. Der Dry January steht heute für eine wachsende Bewegung. Es geht weniger um Verzicht und mehr um Achtsamkeit. Ein Monat, der Klarheit schafft und eine neue Diskussion über unseren Umgang mit Alkohol anstösst.
Von Desirée Müller