Moritz Eggenberger ist dankbar für das Vertrauen in den Stadtrat. mul
08.01.2026 08:26
«Die Prioritäten liegen bei einer guten Zusammenarbeit»
Moritz Eggenberger, Stadtpräsident Steckborn, blickt auf 2025 zurück und gibt Auskunft über Projekte im 2026
Er wurde erst im Laufe des vergangenen Jahres zum neuen Stadtpräsidenten gewählt und dennoch hatte Moritz Eggenberger bereits alle Hände voll zu tun. Im Interview blickt er zurück, was im vergangenen Jahr wichtig war und gibt einen Einblick auf die Herausforderungen im 2026.
Moritz Eggenberger, Sie sind seit dem 1. Juni im Amt. Wie hat sich Ihr Leben seitdem verändert?
Mein Arbeitsalltag, mein berufliches Umfeld und mein Arbeitsort haben sich stark verändert. Gleichzeitig bin ich am Mittag in der Regel Zuhause bei meiner Familie, was ich sehr schätze.
Wie blicken Sie auf das Jahr 2025 zurück? Welche Hälfte war spannender, die vor der Wahl oder nach der Wahl?
Der Wahl Ende März vorangegangen sind über 5 Monate im Wahlkampf mit verschiedenen Phasen, erstem und zweiten Wahlgang. Nach der Wahl durfte ich sofort ins Amt einsteigen und gleichzeitig bei meinem damaligen Arbeitgeber sauber abschliessen. Kurz darauf folgte die Rechnungs Gemeinde mit einem erfreulichen, positiven Abschluss.
Welche Projekte waren bisher besonders herausfordernd?
Ich freue mich, dass wir in verschiedenen Bereichen gemeinsam vorwärtsgekommen sind. Meilensteine waren die Ersatzwahl vom zurückgetretenen Roman Donatsch und Umverteilung des Ressorts inklusive Aufgaben an den neu gewählten Stefan Menti, die Gründung des Ärztezentrums Steckborns – welches heute eröffnet, das neue Hafen- und EW Reglement. Die Ortsplanung, inklusive Umzonung Sportplatz ist in der Vernehmlassung und der Zweckverband Altersheim plant einen Erweiterungsbau mit Alterswohnungen, ein wichtiges Projekt für unsere Stadt.
Wie ging die Steckborner Bevölkerung mit der erneuten Öffnung des Bundesasylzentrums um?
Der Betrieb des BAZ läuft weitestgehend reibungslos, von Beginn an konnte auf den bestehenden Erfahrungen aufgebaut werden. Die verschiedenen Institutionen arbeiten sehr gut Hand in Hand und auch die Anwohner sind präventiv via einen regelmässig veranstalteten runden Tisch eingebunden. So wird der wichtige persönlichen Austausch sichergestellt.
Die Zentrumslasten sind seit Herbst ein grosses Thema. Wie wichtig war es aus Sicht der Stadt Steckborn darauf aufmerksam zu machen?
Heute haben die Gemeinden ohne Zentrumsfunktion eine höhere Steuerkraft wie die Zentren und profitieren parallel von den Funktionen der Zentren. Alle 12 Zentren im Thurgau erfüllen wichtige Funktionen. Sie sind die Motoren des Kantons und beheimaten ca. die Hälfte der Einwohner. Steckborn unterhält zum Beispiel grosszügige öffentliche Parkanlagen mit Seezugang, ein Stadt Theater sowie weitere regional wichtige öffentliche Infrastruktur. Der Finanzausgleich soll den heutigen Realitäten zugunsten der Zentren angepasst werden – eine möglichst faire Verteilung der Lasten ist wichtig für den Thurgau als attraktiven Standort insgesamt.
Welches Highlight in der Stadt Steckborn war für Sie das speziellste?
Das spürbare Vertrauen in den Stadtrat an der Budget Gemeinde im Dezember. Dafür bin ich sehr dankbar.
Welche Themen werden für den Stadtrat und Sie im nächsten Jahr besonders wichtig?
Die Prioritäten liegen bei einer guten Zusammenarbeit, Kontinuität und Umsetzung sowie einer gemeinsamen Zielverfolgung. Im Ressort Soziales steht die Eröffnung des Ärztezentrum im Januar sowie das Projekt Alterswohnungen auf dem Programm. Das Ressort Werke soll gesund dastehen, hier kommt es zu Anpassungen bei den Wassergebühren. Im Ressort Sicherheit blicken wir positiv voraus auf eine gute Zusammenarbeit mit den Blaulicht- sowie den kantonalen und Bundesorganisationen mit Blick auf das BAZ. Zudem wird der Notfall-Treffpunkt in diesem Jahr wichtig. Auf das Ressort Infrastruktur kommen wichtige Aufgaben im Bereich Entsorgung, stadteigenen Immobilien und Friedhof zu. In der Badi geht das Pächter-Ehepaar in ihr nächstes Jahr. Bei den Finanzen werden wir die rollierende Finanzplanung in Angriff nehmen sowie einen Leitfaden für den Bereich Kultur und Vereine erarbeiten. Das Ressort Verwaltung erhält eine Überarbeitung im Personalreglement.
Welche grösseren Projekte oder Herausforderungen stehen für das Jahr 2026 an?
Wir nehmen uns vor, die Ortsplanung zur Auflage zu bringen und wollen ein koordiniertes Verfahren mit Sportplatz an den Start bringen. In Sachen Wärmeverbund ist eine Informationsveranstaltung für nach den Sportferien angesetzt.
Wie haben Sie die Weihnachts-tage verbracht?
Mit meiner Familie. Wir haben gemeinsame Zeit in den Bergen verbracht und uns gut erholen können.
Welche Ziele haben Sie sich persönlich für das neue Jahr gesetzt?
Einen guten Job im Amt zu machen. Zeit für Familie und Freunde zu haben und meinen persönlichen Ausgleich nehmen zu können.
Interview: Nico Wrzeszcz