Das JA-Komitee zur Casinosanierung (v.l.): Fabian Bächi, Michael Pöll, Louis Räber, Pepe Lienhard, Albert Bargetzi, Christa Maria Harder, Hanspeter Gubler, Stefan Thalmann und Tobias Regli. Bild: Nico Wrzeszcz
13.05.2026 07:00
«Kein Saal ist keine Lösung»
Das Ja-Komitee empfiehlt die Sanierung des Casinos - aktueller Standort die einzig richtige Option
Nachdem der Stadtrat und der Gemeindrat jeweils ein Ja zum Sanierungskredit für das Casino ausgesprochen haben, empfiehlt auch das Ja-Komitee ein positives Resultat der Volksabstimmung vom 14. Juni.
Frauenfeld Am vergangenen Freitag lud das breit aufgestellte Co-Präsidium des Ja-Komitee zur Casino-Sanierung in das Restaurant Stadtkaserne, direkt vis-à-vis des Casino Frauenfeld. «Mit einem breit aufgestellten Co-Präsidium wollen wir verdeutlichen, wie sehr wir uns für die Sanierung des Casinos einsetzen», erklärte Tobias Regli zu Beginn. Mit dem Nein zum Verkauf vor drei Jahren habe die Bevölkerung gezeigt, dass man den Stadtsaal nicht abgeben wolle. Nun müsse man aber gleichzeitig dazu bereit sein, eine Sanierung zu ermöglichen.
Aushängeschild für die Stadt
Stefan Thalmann erklärte, dass es keinen besseren Standort für einen Stadtsaal gebe als im Casino. «Der markante Bau an dieser prominenten Lage ist auch eine gute Visitenkarte für die Stadt Frauenfeld.» Zudem sei der Vorschlag, über einen Gesamtkredit abstimmen zu lassen, ein guter Entscheid. Ähnlicher Meinung ist auch Louis Räber vom Theater Frauenfeld. «Eine Sanierung ist wirklich nötig und sinnvoll. Wir sind als Theater auf das Casino Frauenfeld angewiesen.» Zwar werde die geplante zwischenzeitliche Schliessung zu einem Problem. «Aber ohne die Sanierung besteht die reale Gefahr des Aus für das Theater Frauenfeld», betonte Räber.
Auch die Konzertgemeinde Frauenfeld tritt seit Jahrzehnten im Casino Frauenfeld auf. Und auch hier schmerzt der aktuelle Zustand. «Die Platzbeschränkungen haben unter unseren Abonnenten Unmut ausgelöst, sind aber noch verkraftbar», sagte Christa Maria Harder. Die Bühnenbeschränkungen (maximal 50 Personen) würden es zudem erschweren, grosse Orchester ins Casino zu holen. «Wenn wir mittelfristig keine Sinfoniekonzerte mehr durchführen können, werden unsere Abonnenten in die Musikhäuser nach Winterthur, Zürich oder Konstanz abwandern.»
Zu wenig Platz auf der Bühne
Das «Bühnenproblem» betreffe auch die Jugend- und Stadtmusik. «Wir haben in den vergangenen Jahren viel Arbeit in die Nachwuchsarbeit investiert und sind mit 60 Personen in der Jugendmusik und 70 Personen in der Stadtmusik gut aufgestellt», betonte Fabian Bächi. So könne man aktuell keine Konzerte mehr durchführen. Auch durch die Nichtbenutzung des Foyer und der damit ausfallenden Festwirtschaft fehlten der Musik und auch anderen Vereinen wie etwa dem Kindertheater Floh oder der Seniorenbühne wichtige Einnahmen.
Hanspeter Gubler erklärte, man könne zwar in die Festhalle ausweichen. «Doch die Bühnentechnik und vor allem die Akustik sind dort mehr als nur bescheiden.» Zudem sei die Zukunft der Festhalle selbst ungewiss. «Daher ist es wichtig, dass wir gemeinsam an der Schaffung einen zukunftsfähigen Veranstaltungsorts arbeiten.» Der Sanierungskredit ermöglich eine zielgerichtete Renovation und ein modernes Casino.
Für Michael Pöll ist die Sanierung ein vorausschauender Entscheid, Emissionen einzuschränken. Bei einem Neubau würde zwischen 50 und 70 Prozent mehr graue Energie anfallen. Durch die bauliche Grundstruktur sei dies besonders der Fall. «Kein Saal ist keine Lösung. Deshalb sagen wir Ja zur Sanierung.»
Finanzierung grösstenteils sicher
Albert Bargetzi warf einen Blick auf die Finanzen und erklärte, dass ein Neubau sicher teurer wäre als die Sanierung. «Wenn die bisherigen Investitionen der Stadt von rund 10 Millionen Franken dem Wert der Liegenschaft von etwa 15 Millionen gegenrechnet, relativieren sich die Ausgaben für eine Sanierung.» Zudem seien 11 Millionen Franken für die Sanierung bereits gesichert.
Pepe Lienhard hat eine persönliche Verbindung mit dem Casino. «Es ist das Aushängeschild der Stadt. Der aktuelle Standort ist einmalig und nicht zu ersetzen», so der Musiker. Er komme immer gerne nach Frauenfeld und hoffe, auch nach der Sanierung noch auftreten zu können.
Von Nico Wrzeszcz