11.06.2026 08:00
Für einen Tag die Sorgen vergessen
JCI Frauenfeld und Plättli Zoo luden zur Dreamnight ein - Zoo exklusiv für chronisch kranke und beeinträchtigte Kinder offen
Dreamnight at the Zoo, wie der weltweite Anlass heisst, kam in diesem Jahr auch in Frauenfeld an. Am vergangenen Freitag lud die JCI Frauenfeld daher zur Dreamnight in den Plättli Zoo ein.
Frauenfeld Bereits seit 1996 gibt es die Dreamnight at the Zoo, in diesem Jahr fand sie zum ersten Mal in Frauenfeld statt. «Als JCI sind wir quasi prädestiniert dafür diesen Anlass in Frauenfeld zu organisieren. Wir sehen dies als Chance, der Gesellschaft etwas zurückzugeben», erklärte Corinne Böni von der JCI. Das Konzept der Dreamnight ist simpel: die Tore eines Zoos für chronisch kranke und beeinträchtigte Kinder einmal im Jahr kostenfrei zu öffnen.
Plättli Zoo erstmals dabei
Ein Team von sechs Personen der JCI hat die Dreamnight in Frauenfeld organisiert. «Es gibt eine Liste mit allen Zoos, die bereits mitmachen. Der Plättli Zoo hatte bisher nicht dazugehört. Also haben wir angefragt und der Zoo hat sich direkt bereit erklärt, mitzumachen», so Corinne Böni. Im November sei die Idee entstanden mitzumachen, ab Januar habe man in verschiedenen Sitzungen mit der Organisation begonnen. «Daraufhin haben wir Schulen angeschrieben, und zwar die Heilpädagogische Schule Frauenfeld und die Heilpädagogische Schule Mauren. Beide Schulen waren mehr oder weniger direkt Feuer und Flamme.» Für die Schulen und die Kinder sei der Tag quasi wie ein Schulausflug. «Für alle Beteiligten ist der Eintritt und der Tag gratis, finanziert wird der Anlass durch Sponsoren. Wir wollen vor allem den Kindern einen sorgenfreien Gratistag ermöglichen», betonte Corinne Böni.
Von 11 bis 17 Uhr war der Plättli Zoo geschlossen und nur speziell für die Kinder und ihre Lehrerinnen und Lehrer sowie Begleitpersonen geöffnet. «Die Krankheiten der Kinder gehen von ADHS bis hin zu Kindern, die eine 1:1-Betreuung benötigen. Daher waren wir auch unsicher, wie das Zusatzprogramm, etwa eine Hüpfburg oder Schminken, bei den Kindern ankommt.» Die Sorge war jedoch unberechtigt, die Hüpfburg war die meiste Zeit über äusserst gut besucht. Auch das Wetter spielte mit. «Zum Glück ist es heute nicht zu heiss. So war es schön sonnig aber doch recht angenehm für die Kinder», sagte Livia Sonderegger vom OK. Unterstützung erhielt das sechsköpfige OK von weiteren Mitgliedern und Altmitgliedern der JCI, die unter anderem am Grill aushalfen. Man habe überhaupt nicht lange überlegen müssen zu helfen. «Der Anlass lohnt sich auf jeden Fall. Es ist wirklich schön für die Kinder. Aufgrund ihrer Krankheiten und Beeinträchtigungen haben sie es schon schwer genug im Leben. Da haben sie einen Tag wie diesen, an dem sich alles um sie dreht, auch verdient», heisst es einstimmig unter der Helfenden.
Arbeit für die Begleitpersonen
Auch die Lehrpersonen und Kinder genossen den Tag. «Wir haben nach der Anfrage nicht lange überlegen müssen. Für die Kinder ist das ein besonderes Erlebnis, der Besuch ist für uns die Chance, den Kindern eine Freude zu machen. Es ist eine schöne Sache, dass dieser Tag organisiert wurde», so ein Lehrer der Heilpädagogischen Schule Mauren. Ebenso positiv sah es eine Klassenassistentin, welche die Kinder begleitete: «Ich kannte die Dreamnight schon. Ich finde es schön, dass diese exklusiven Anlässe speziell auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Es ist eine besondere Plattform, hier dürfen die Kinder ungestört sein. Im Zoo Zürich fällt dies noch mehr auf, als hier in Frauenfeld.» Die Kinder geniessen den Anlass, für viele sei das ein ganz besonderes Erlebnis. Viele Kinder hätte von daheim aus gar nicht die Möglichkeit, einen solchen Ausflug zu unternehmen.
Für einen Lehrer der Heilpädagogischen Schule Frauenfeld steht die Freude der Kinder im Vordergrund, für die Lehrerinnen und Lehrer ist der Tag aber durchaus anstrengend. Ein Lehrerkollege sah dies lockerer: «Die Schüler haben Freude an diesem Ausflug, und auch wir als Lehrer können diesen Ausflug geniessen. Ich und die Kinder auch finden es lässig, für einen solchen Anlass den Zoo besuchen zu können. Vor allem für die Kinder ist es immer attraktiv, wenn man auch mal aus den Schulzimmern raus kommt.»
Von Nico Wrzeszcz